1986 – Der Kater oder «Wi sech d‘ Uffüerig uffüert»

Autor
Tankred Dorst

Regie
Pia Schwab

Das Stück
Das waren noch Zeiten, als die Kater noch hinter den Ofen oder auf die Heubühne gehörten…
Ja, um Kater geht es also in der neusten Produktion des Theaters im Schloss Fraubrunnen. Dabei handelt es sich um die Schweizer Erstauführung der Dialektfassung. Doch lesen Sie, was unsere Regisseurin, Pia Schwab zum Inhalt zu sagen hat : Neuerdings treiben sie sich (die Kater) auf Theaterbühnen herum und zeigen erst noch ein moralisch bedenkliches, fast menschliches Benehmen. Auch die Könige, Prinzessinnen und das überige Personal sind nicht mehr, was sie einmal waren. Die «Zuschauer» protestieren, sie müssen schliesslich ihren Ruf als kritisches Publikum retten. Da nützt es denn auch nichts mehr, wenn der Dichter erklärend oder der Besänftiger (eben) besänftigend eingreifen wollen.

Das Stück «Der Kater» oder «Wi sech d ‚Uffüerig uffüert» hat einen Theaterabend zum Inhalt und zwar sowohl die Bühnen- wie die Zuschauerseite: Was erwarten Sie voneinander? Wie wirken sie aufeinander? Kann es überhaupt eine Verständigung geben zwischen ihnen, oder sind die Positionen von Anfang an gegeben? Im Verlaufe des Abends wird klar, dass beide Seiten schlussendlich zum gleichen «grossen Theater» gehören. Märchenhaft geht es in dem Stück also selten zu; mit der immer stärkeren Verwicklung von vorgetäuschter Realität und (ebenso vorgetäuschter) Illusion eher «sagenhaft».

Personen
Der König, Theo Marti
Die Prinzessin, Yvonne Brefin
Hofgelehrter, Dramaturg und Bauer, Willy Oppliger
Orientalischer Prinz, Dichter, Cyril Bezak
Hans Wurst, Rösli Arnold
Koch, Erwin Zingg
Gottlieb, Beat Julius Müller
Hinze (Kater), Michelle Lüthi
Popanz, Kritiker, Stefan von Bergen / Christian Wymann
Liebespaar, Alexandra Vogt, Peter Schwab
Besänftiger, Souffleuse, Vreni Aebi
Bühnenmeister, Hanspeter Arnold

Zuschauer:
Frau Schönholzer, Susanne Baumgartner
Herr Münzig, Martin Scherler
Herr Binggeli, Urs Gäumann
Frau Binggeli, Liliane Lauber
Herr Leutener, Franz Ryser

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