Theaterstück nach einer
Erzählung von Oscar Wilde

Oscar Wilde (1854-1900)
Oscar Wilde, (geboren 1854 in Dublin) feierte seine grössten Erfolge als Theaterautor und als Selbstdarsteller. Ausser seine «gesellschaftsspöttischen» Komödien schrieb er Dramen, Gedichte, Märchen, Erzählungen und Romane. Er verfocht die Kunst um der Kunst willen und prangte die Leiden der Kinder in den Gefängnissen Grossbritanniens an: Der scheinbar distanzierte, kalte Spott des Dandys verdeckt seine grosse Liebe zu den Menschen und zum Leben oft nur schlecht. Das viktorianische England machte ihm schliesslich seiner Homosexualität wegen den Prozess; im Jahr 1900 starb er gebrochen und verarmt in Paris.

Die Bearbeitung
Oscar Wildes Erzählung «Das Gespenst von
Canterville» ist immer wieder für das Theater bearbeitet
worden: die wunderbaren Figuren, der dramatische Handlungsort und die
theatralen Szenen schreien geradezu nach der Bühne. Wir haben
den bereits existierenden Fassungen eine weitere hinzugefügt und
unsere eigene berndeutsche Version geschrieben. Nicht, um uns zu
messen, sondern um der Erfahrung willen, und um die Materie wirklich
zu kennen. Während zweier Monate hat ein Teil des Ensembles (und
Theo Marti - Danke!) Kapitel um Kapitel bearbeitet, sich endlos den
Kopf zerbrochen über der Frage, welche Figur warum mit welchem
Akzent und in welchem Dialekt spricht, und überhaupt soll unser
Stück ja auch den Kindern Spass machen etc. etc. Diese erste
Arbeitsfassung wurde «angeprobt» und dann als Ganzes
geglättet und rhythmisiert, gekürzt und ausgebaut, bot aber
viel Raum für spontane Ideen und grosses Gelächter. Ganze
Szenen, vor allem die am Schluss des Stückes, wurden aufgrund
von Improvisationen notiert und überarbeitet. Bleibt zu hoffen,
dass viel von dem Spass (und wenig von den Mühen), den wir beim
Proben hatten, an den Nachmittagen und Abenden über die Rampe
kommt! Willkommen!

Regie:
Stefan H. Kraft, geb. '66 in
Freiburg im Breisgau (D), Studium Germanistik, Romanistik, Geschichte
und Philosophie in Köln (erfolgreich abgebrochen), dann endlich
Theaterausbildung in Ulm (D) und in der Kulturmühle
Lützelflüh im Emmental. Arbeitet seit '92 als freier
Schauspieler und Theaterpädagoge, neuerdings auch als Regisseur.
Langjähriges Mitglied des théâtre pour le moment
(Bern) sowie Engagements als Gast in Ensembles in der Schweiz und im
Ausland.


Zum Stück:
Die Cantervilles gehören
zum englischen Uradel und haben natürlich ein Schloss. Das
Schloss ist uralt und hat natürlich ein Gespenst. Das Gespenst
ist sehr erfolgreich und ausserordentlich zuverlässig: Im Laufe
der Jahrhunderte hat es viele Mitglieder der Familie Canterville mit
seinen Spukereien in den Wahnsinn, ja sogar in den Tod getrieben. Und
jetzt wollen die Cantervilles nicht mehr mit ihm unter einem Dach
wohnen und beschliessen, ihr Schloss zu verkaufen. Der amerikanische
Gesandte in London, Hyram B. Otis und seine Frau Lucretia haben keine
Angst vor Gespenstern, aber vier Kinder - und sie hätten gerne
ein Schloss als standesgemässen Wohnsitz. Und jetzt hat hat das
Gespenst ein Problem. . .
Mehr verraten wir nicht. Ausser, dass wir in unser Stück alles
hineingetan haben, was Oscar Wilde schon vor über hundert Jahren
für ein modernes Märchen für unverzichtbar hielt:
stürmische Nächte und eine zarte Liebesgeschichte, tiefe
Gewölbe und five o'clock tea, amerikanische Wundermittel und
englische Lebensart, respektlose Teenager und in Ohnmacht fallende
Haushälterinnen, grausige Gespenstereien und ein poetisches
happy end, das die Kulturen versöhnt und die Jahrhunderte
verbindet.


Personen:
Lord Canterville
Urs Zingg
Mary Umney, Haushälterin
Liliane Lauber
Hiram B. Otis, amerikanischer Gesandter
Eduard Inäbnit
Lucretia R. Otis, seine Gattin
Silvia Tschanz
ihre 4 Kinder:
Virginia
Alexandra Megert
Washington
Martin Scherler
Elenor
Melanie Kübli
Penelope
Henriette Kläy
Cecil, Herzog von Cheshire
Fredi Stettler
Sir Simon de Canterville, Gespenst
Theresa Haueter

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