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Holzers Peepshow

Komödie von Markus Köbeli


Totalausverkauf einer Familie

Markus Köbeli, geboren in Bern 1956. «Lachen verleitet bekanntlich dazu, etwas nicht ganz ernst zu nehmen. Das ist die Tragödie der Komödie.» Dieses Zitat vom «Peepshow»-Autor trifft genau die Problematik, mit der wir bei der Inszenierung zu kämpfen hatten. Der ehemalige Literaturstudent versteht es heute bestens, alltägliche Situationen satirisch umzusetzen und damit bei den ZuschauerInnen Betroffenheit über eigene Schwächen und «Mödeli» auszulösen. Vielleicht haben auch Sie schon über seine Texte und Ideen im Radio oder TV DRS (Viktors Programm) gelacht.
Das Hauptthema seines Schaffens gilt der Phantasie. Er sieht in der Phantasielosigkeit eines der Hauptübel unserer Welt. Er ist überzeugt, dass man als Autor die Phantasie spielen lassen muss, wenn man die Wirklichkeit beschreiben will. Er plädiert für ein respektloses, phantasievolles Theater. Dazu eignet sich die Komödie vorzüglich. «Also lachen Sie, aber tun Sie es mit dem nötigen Ernst.»

Regie:
Kurt Frauchiger, geboren 1942 in Bern. Nach der Lehre als Positiv-Retoucheur, 1963-67 Schauspielausbildung bei Edith Langer-Tolnay. Anschliessend diverse Engagements in Kleintheatern und Radio Bern. 1971 erste Eigenproduktion im Zähringer Theater: «Blödem Volke unverständlich...» Christian Morgenstern Collage. TV-Moderator «Spielhaus». Mitglied des Cabaret Kultursympatisanten 1978-93. Mitbegründer Zimmertheater Chindlifrässer (Schauspieler, Regisseur). Leiter der Seniorentheater Lyss und Thun. Engagements an div. Theaterbühnen (Neue Volksbühne Bern, Fraubrunnen, Lyssach)

Zum Stück:
«Ä Schwizer Familie, wi si im Buech steit». Dieser Ausspruch von Anna Holzer mag das Publikum schockieren, wenn es sieht, in welchem Zustand Holzers sind. Aber, Hand auf's Herz, wie oft verdrängen wir Beziehungskonflikte unter dem Motto: «Uns geht's ja gut, was wollen wir noch mehr?»
Wie viele Ehen und Familien werden aus materiellen und gesellschaftlichen Gründen über Wasser gehalten? Kommt dann die wirtschaftliche Krise (Lohneinbussen, Arbeitslosigkeit), folgt in vielen Fällen die Beziehungskrise. Die heile Welt bricht unter dem Druck der materiellen Not zusammen. So ergeht es Holzers. Die finanziellen Schwierigkeiten der Bergbauernfamilie wird von cleveren Geschäftsleuten ausgenutzt bis zur Prostitution. Gegen aussen müssen sie die heile Schweizerfamilie präsentieren, während hinter den Fenstern schon längst der Wurm drin ist. Ein Gleichnis. Beispiele gibt es viele - von der Grossbank bis zur Kleinfamilie.

Personen:

Hans Holzer

Urs Gäumann

Martha Holzer

Liliane Lauber

Hans Holzer Junior

Jerry Lergier

Anna Holzer

Christine Heiniger

Hans Holzer Senior (Ätti)

Theo Marti


Textzitate (Hans Holzer):
«Won i no z Acher gfahre bi, da hani mängisch o gsunge. Eifach so. Was mer grad i Sinn isch cho. I bi Puur. Bis geng gsi. Aber jitz weiss i nümm was säge, we mi öpper fragt, was i bi. S'isch eifacher, we me cha säge, i bi Puur, we öpper fragt.»
«I nime ds Gwehr füre u ga ga schiesse. Das het o geng öppis Gmüetlechs.»
«Die wei luege wi's isch. Das isch es. Wöus nämlech bi üs no isch, wie's isch.»


Die Bergbauernfamilie Holzer, die aus wirtschaftlichen Gründen für Touristen eine typische Schweizerfamilie spielt
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