oder «Wi sech d'
Uffüerig uffüert»
von Tankred Dorst

Tankred Dorst, deutscher
Schriftsteller, geboren 1925. Schreibt ironisch-satirische
zeitkritische Dramen. International erfolgreich das
Antikriegsstück «Grosse Schmährede an der
Stadtmauer» (1962) und das als Dokumentarstück angelegte
Revolutionsdrama «Toller» (1968).
Regie:
Pia Schwab
Zum Stück:
Das waren noch Zeiten, als die Kater noch hinter den Ofen oder auf
die Heubühne gehörten. . . . . .
Ja, um Kater geht es also in der neusten Produktion des Theaters im
Schloss Fraubrunnen. Dabei handelt es sich um die Schweizer
Erstauführung der Dialektfassung. Doch lesen Sie, was unsere
Regisseurin, Pia Schwab zum Inhalt zu sagen hat : Neuerdings treiben
sie sich (die Kater) auf Theaterbühnen herum und zeigen erst
noch ein moralisch bedenkliches, fast menschliches Benehmen. Auch die
Könige, Prinzessinnen und das überige Personal sind nicht
mehr, was sie einmal waren. Die «Zuschauer» protestieren,
sie müssen schliesslich ihren Ruf als kritisches Publikum
retten. Da nützt es denn auch nichts mehr, wenn der Dichter
erklärend oder der Besänftiger (eben) besänftigend
eingreifen wollen.
Das Stück «Der Kater» oder «Wi sech d
'Uffüerig uffüert» hat einen Theaterabend zum Inhalt
und zwar sowohl die Bühnen- wie die Zuschauerseite: Was erwarten
Sie voneinander? Wie wirken sie aufeinander? Kann es überhaupt
eine Verständigung geben zwischen ihnen, oder sind die
Positionen von Anfang an gegeben? Im Verlaufe des Abends wird klar,
dass beide Seiten schlussendlich zum gleichen «grossen
Theater» gehören. Märchenhaft geht es in dem
Stück also selten zu; mit der immer stärkeren Verwicklung
von vorgetäuschter Realität und (ebenso
vorgetäuschter) Illusion eher «sagenhaft».

Protest aus dem
Publikum:
Also keine ruhige Minute hat man bei diesem Theater im Schloss
Fraubrunnen - und dazu fängt es auch noch schon vor dem
eigentlichen Theater an! Da machen Herr und Frau Binggeli an der
Abendkasse ein derartiges «Gschtürm» um ihre Billette
und verlangen später, in der Pause, am Getränkestand so
impertinent nach Glace, dass man ihnen nur noch entnervt empfehlen
kann, sich doch lieber einen Mickey-Mouse-Film anzusehen als...
Wenn der Vorgang hoch geht, sind Binggelis und Konsorten nicht etwa
stumm und still - dann kommen sie erst so richtig in
Fahrt.
Personen:
|
Der König |
Theo Marti |
|
Die Prinzessin |
Yvonne Brefin |
|
Hofgelehrter, Dramaturg, Bauer |
Willy Oppliger |
|
Orientalischer Prinz, Dichter |
Cyril Bezak |
|
Hans Wurst |
Rösli Arnold |
|
Koch |
Erwin Zingg |
|
Gottlieb |
Beat Julius Müller |
|
Hinze (Kater) |
Michelle Lüthi |
|
Popanz, Kritiker |
Stefan von Bergen / Christian Wymann |
|
Liebespaar |
Alexandra Vogt, Peter Schwab |
|
Besänftiger, Souffleuse |
Vreni Aebi |
|
Bühnenmeister |
Hanspeter Arnold |
|
Zuschauer: |
|
|
Frau Schönholzer |
Susanne Baumgartner |
|
Herr Münzig |
Martin Scherler |
|
Herr Binggeli |
Urs Gäumann |
|
Frau Binggeli |
Liliane Lauber |
|
Herr Leutener |
Franz Ryser |