
Ein Seiltänzerstück in
vier Akten
von Carl Zuckmayer

Autor:
Carl Zuckmayer (1896-1977), Schriftsteller und Drehbuchautor,
gehörte Jahrzehnte lang zu den meistgespielten Dramatikern auf
deutschen Bühnen. Heute sind vor allem noch die
Theaterstücke "Der Hauptmann von Köpenick" (1930) und "Des
Teufels General" (1946) bekannt, nicht zuletzt durch die
Verfilmungen.
Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim bei Mainz geboren.
Nach seinem Kriegsdienst im 1. Weltkrieg studierte er von 1918 bis
1920 in Frankfurt am Main und Heidelberg, brach das Studium aber ab;
danach arbeitete er als Dramaturg in Kiel, München und Berlin
(zusammen mit Bertolt Brecht).
Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 erhielt Zuckmayer wegen seines
öffentlichen Engagements gegen den Nationalsozialismus und
seiner jüdischen Herkunft Aufführungs- und
Publikationsverbot. Er emigrierte zunächst nach Salzburg, wo er
zwischen 1926 und 1938 lebte, später in die Schweiz und 1939 in
die USA. Hier lebte er u. a. als Drehbuchautor, Dozent und Farmer.
1945 kehrte Zuckmayer nach Deutschland zurück; 1958
übersiedelte er nach Saas Fee (Schweiz). 1966 wurde er Schweizer
Staatsbürger. Eine Autobiographie erschien 1972 unter dem Titel
Henndorfer Pastorale. Zuckmayer starb am 16. Januar 1977 im
schweizerischen Visp. 1925 erhielt er den Kleist-Preis, 1929 den
Georg-Büchner-Preis.
Zuckmayers erste Lyriksammlung "Der Baum" (1926) und die frühen
Erzählungen &endash; darunter "Der Bauer aus dem Taunus und
andere Geschichten" (1927) &endash; entstanden im Umfeld des
literarischen Expressionismus; sie blieben weitgehend unbeachtet. Der
Durchbruch gelang ihm erst mit seiner sinnlich-satirischen
Komödie "Der fröhliche Weinberg" (1925). Zum weltweiten
Erfolg verhalfen Zuckmayer die sozialkritischen Dramen
"Schinderhannes" (1927), "Der Hauptmann von Köpenick" (1930) und
"Des Teufels General" (1946), die alle verfilmt wurden. Mit "Der
Hauptmann von Köpenick", über einen Arbeitslosen, der
aufgrund einer Uniform zur Autoritätsperson avanciert, wandte
sich der Autor vehement gegen die hohlen Hierarchien des
preußischen Militarismus und Bürokratismus; in der
populären Kinofassung von 1956 spielte Heinz Rühmann die
Hauptrolle.
Während der Weimarer Republik und auch in den ersten Jahren nach
dem 2. Weltkrieg gehörten Zuckmayers Werke zu den
meistgespielten in Deutschland. Sein einziger Bestsellererfolg als
Prosaautor gelang ihm mit seiner auch literaturgeschichtlich
interessanten Autobiographie "Als wärs ein Stück von
mir" (1966).
Weitere Werke Zuckmayers sind die Dramen "Kreuzweg" (1921),
"Katharina Knie" (1929), "Der Schelm von Bergen" (1934),
"Barbara Blomberg" (1949), "Der Gesang am Feuerofen" (1950), "Das
kalte Licht" (1955), "Die Uhr schlägt eins" (1960), "Das Leben
des Horace A. W. Tabor" (1964), "Der Rattenfänger" (1975) und
"Rembrandt. Ein Film" (posthum 1980) sowie die Romane bzw.
Erzählungen "Ein Sommer in Österreich" (1937), "Herr
über Leben und Tod" (1938), "Der Seelenbräu" (1945),
"Engele von Löwen" (1955) und "Die Fastnachtsbeichte"
(1959).
Weitere Werke:
- Roman: "Die Brücke von San Luis Rey" (The Bridge of San Luis
Rey) 1927
- "Wir sind noch einmal davongekommen" (The skin of our teeth)
1942
- "Die Heiratsvermittlerin" (The Matchmaker) 1954
- Roman: "Ein Heiliger wider Willen" (Theophilius North) 1973
Regie:
Rudolf Stalder, Gründer der Theatergruppe im Schloss
Fraubrunnen.
Zum Stück:
Familiendrama über den Generationenwechsel in der
Zirkuswelt.
Zeit: 1923 und ein Jahr später.
Vater Knie ist über sechzig Jahre alt, bestreitet aber (ausser
der Leitung des Zirkus) noch einen Teil des Programmes, vor allem die
Hauptattraktion:
Die Besteigung des hohen Turmseils.
Katharina Knie ist Mitte zwanzig, tritt als Kugelläuferin auf
und arbeitet mit Ignaz Scheel auf der Mastbaumspitze.
Fritz Knie (der ältere) hat ein steifes Bein und arbeitet
parterre, als Standmann und Jongleur.
Martin Rothacker ist etwa vierzig und Sohn eines kleines Bauern, der
durch Erbschaften Grossgrundbesitzer geworden ist.

Personen:
|
Carl Knie, senior |
Eduard Eberhart |
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Katharina Knie (seine Tochter) |
Elisabeth Mäder |
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Fritz Knie (Parterre-Akrobatik) |
Samuel Ryser |
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Lorenz Knie (Balance-Spiele) |
Stefan Burki |
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Ignaz Scheel (Trampolin, Sprungseil, Luftarbeit) |
Martin Scherler |
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Julius Schmittolini (Clown-Intermezzi, komisches Kunstradeln) |
Liliane Lauber |
|
Bobbi, genannt Bibbo (Kasse, Kochen, Waschen) |
Clara Eberhart |
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Mario (junger Italiener) |
Eugenio Bernasconi |
|
Familie Eichel (Mutter und vier Kinder) |
Susanne Rebholz |
|
Martin Rothacker (Bauer) |
Rudolf Stalder |
|
Rothackerin (seine Mutter) |
Verena Pestoni |
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Membel (Pfändungsbeamter) |
Adolf Zotter |
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Dillinger (Polizist) |
Stefan Benz |
|
Bloomaul (Tätowierer) |
Michael Noack |
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Berberitzi (Zettelausträger) |
Marianne Glauser |