Ein Versuch für mindestens
4 Schauspieler

von Beat Sterchi
geboren 1949 in Bern,
freischaffender Autor
Zum Stück:
Spätestens seit der Lindenstrasse ist es offensichtlich: Was uns
am meisten interessiert, ist nicht der Hof von Hamlets Vater, sondern
der Küchentisch der Nachbarn im dritten Stock und was dort
gesagt wird - oder eben nicht. Das Stück zeigt denn auch die
Dramen des Alltags, ähnlich wie die «Soaps» im
Fernsehen. Mit dem Unterschied, dass diese Seifenoper eine ziemlich
schräge ist.
Personen:
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Sie und Er (die junge Generation) |
Henriette Kläy, Bernhard Ott |
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Sie und Er (die mittlere Generation) |
Silvia Tschanz, Simon Heiniger |
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Sie und Er (die ältere Generation) |
Liliane Lauber, Martin Scherler |
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Coiffeur |
Eduard Inäbnit |

Stefan H. Kraft, geb. '66 in Freiburg im Breisgau (D), Studium Germanistik, Romanistik, Geschichte und Philosophie in Köln (erfolgreich abgebrochen), dann endlich Theaterausbildung in Ulm (D) und in der Kulturmühle Lützelflüh im Emmental. Arbeitet seit '92 als freier Schauspieler und Theaterpädagoge, neuerdings auch als Regisseur. Langjähriges Mitglied des théâtre pour le moment (Bern) sowie Engagements als Gast in Ensembles in der Schweiz und im Ausland.

Textprobe:
Sie: U wäge
däm, wäge däm... muesch ömu nid grad eso dry -
chasch di doch angers usdrücke
Er: Was "usdrücke"
Sie: Ja - oder - angers, i weiss o nid, gwäuter, teu, die
chöi sech usdrücke, so dass me se versteit, aber du, du
chasch di überhoupt nid usdrücke, oder, ömu nid mit
Wörter
Er: ... - "usdrücke"?
Sie: Das chasch würklech nid
Er: I bi doch ke Zitrone! I säge dr, i heig di gärn,
was söui de, heilanddonner, was söui de no säge?
Sie: I ha di gärn, I ha di gärn, das cha dänk
jede säge. U nächhär, he, hänksch dr Gring wider
vor ä Feni
Er: Was - was - söui de?
Sie: Äs git doch o Gfüeu, oder?
Er: Die si wichtig, he?
Sie: ...

Coiffeur: So, merci, dankeschön, ja, merci, jtz no dr Äcke putze, oder hie o?

Er: U wägerum
säge si, d Wäut sig e chugle? he? u aui die wo lenger i d
Schueu si, di Gstudierte, oder, d Akademiker, die, die gloubes
Sie: Jä mo mou, die gloube das
Er: Gäu, die gloube da fescht dra
Sie: Aber de wider, oder, bi de Itaujäner jo weniger.
Villech d Neger, oder, villech si die eifach glych, glych angers,
oder de heisi es angers System, i weiss o nid, auso a öppisem
muesses ja lige
Er: Ja gäu, scho nume ds Klima, die Hitz, was da aus
wachst
Sie: Wäge de Banane meinsch?
Er: Nei, süsch, we de nüt bruchsch, kes
Näscht
Sie: Dert?
Er: Eh ja, da ds Afrika, wie heissts, ds Botswana
Sie: Bi üs auso
Er: Hie du? Nei
Sie: Mir müesse auso scho luege, mo mou
Er: Gäu? So eifach isch das nid



Er: Hesch jtz gseh wi si
si? wi si würklech si?
Sie: Wi si si?
Er: Ja wi si si, dass sie so si wi si si
Sie: Auso - auso
Er: Si si - si si so oder si si - si si nid so?!
Sie: Du bisch eifach nid...
Er: Die si so!
Sie: Nei jtz
Er: Äbe si si so!
Sie: We si...
Er: Wi si si de, he, wi si si de, we si nid si wi si si?
Sie: Si si haut - si si haut - oder - si si no jung
Er: Frächi Cheibe sis, nüt aus Erger u Täubi,
nüt aus Tüfusdank, nie es aschtändigs Wort
Sie: Jtz hör mer uf, i bitte di
Er: I muess sowieso ga
Sie: Äbe du muesch ga
Er: Wenn i doch - wenn i doch muess rede morn
Sie: äbe
Er: Üebe muess i dänk o, oder?
Sie: Äbe

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