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Trommeln über Mittag
 

von Patrick Frey

 

Produktion 2002 des Theaters im Schloss Fraubrunnen


«Trommeln über Mittag» ein therapeutisches Kammerspiel von Patrick Frey und Katja Früh.

Das Autorenteam
Patrick Frey, geboren 1951. Studien in Oekonomie und Kunstgeschichte. Verheiratet mit Laurence Frey-Bloch, vier Kinder zwischen 12 und 2 Jahren, lebt in Zürich. 1979-85: Kunstkritiker (Tages Anzeiger Zürich, WoZ, Parkett, Wolkenkratzer, Flash Art, u.a.) Ausstellungsmacher und Verleger von Künstlerbüchern. Schreibt und publiziert seit l977 bis in die Gegenwart über Kunst und Künstler der Gegenwart, über Fotografie, Werbung und über Phänomene der Alltagskultur. Diverse Kolumnen für WoZ, Tages Anzeiger, K-Tip. Ab 1983/84 Kabarett und Theater und Projekte für Radio und Fernsehen. Bekannt aus dem Fernsehen in der Rolle des Dr. Stolte Benrath in "Victor Giacobbos Spätprogramm" und mit seinen Lebensgeschichten "C'est la vie".
Katja Früh ist Schauspielerin, Dramaturgin, Regisseurin und Hauptautorin der helvetischen Sonntagabend-Seifenoper "Lüthi und Blanc" sowie der Sketches im DRS-Memo-Treff.

Regie:
Rolf Schoch, Theaterproduzent und Regisseur
1945 geboren, kam ich rerlativ spät zum Theater. Vorerst erlernte ich den Beruf des Schriftsetzers und arbeitete bis Sommer 2002 in der grafischen Branche. Ich habe auch keine der üblichen professionellen Ausbildungen als Schauspieler oder Regisseur absolviert, sondern mir das Handwerk und die Erfahrung in erster Linie in der Praxis erworben. Eine erste Theaterrolle erhielt ich1979 im Berner Heimatschutztheater und in den folgenden Jahren spielte ich insgesamt zehn verschiedene Rollen. Nach verschiedenen Aus- und Weiterbildungskursen (u.a. am Konservatorium Bern) wagte ich mich 1985 an die erste Regiearbeit. Auf verschiedene Inszenierungen in den Theatervereinen von Laupen, Belp, Toffen, Ittigen, Münsingen, Signau, Fraubrunnen, Kerzers, Unterlangenegg folgten die Freilichtaufführungen 1998 in Signau ("Bärewirts Töchterli"), in Belp (2000 "Katharina Knie" und 2002 "Gfreutischti Frou"), in Stalden/Konolfingen (2003 "Lysistrata"). Nach über zwanzig Jahren Tätigkeit als Amateurschauspieler und -regisseur stieg ich im Sommer 2002 ganz in den Theaterberuf ein. Neben den Inszenierungen und ab und zu einer Rolle als Schauspieler arbeite ich vor allem als Kursleiter an Schulen und Theatervereinen, als Erwachsenenbildner bei der CS Zürich, an der Volkshochschule Münsingen und beim SAH.

Zum Stück:
"Trommeln über Mittag" (UA Vaudeville Theater 1993, Text: Patrick Frey, Katja Früh)
Ein therapeutisches Kammerspiel von Patrick Frey und Katja Früh.
Wir befinden uns in den Praxisräumen des Psychotherapeuten-Ehepaares Yvonne und Wilfried. Die beiden scheuen keine Mühen, die Seelen ihrer Patientinnen und Patienten wieder heil zu machen.
In Windeseile wird der wunde Punkt des jeweiligen Opfers gefunden und sofort die passende Therapie verordnet. Das ist nicht weiter erstaunlich, denn erstens herrscht die Devise «Zeit ist Geld», und zweitens scheinen die Therapeuten Psycho-Allrounders zu sein; in ihrem Behandlungsrepertoire verblüfft uns ein überreichhaltiges Angebot verschiedenster Therapieformen und -richtungen.



Selbstverständlich wird auch die Esoterik bemüht. Nichts wird uns entgehen: von Kristalltherapie, Schamanenreisen, Kundalini Yoga über Channeling, Rückführung, Rebirthing bis hin zu holotropem Atmen, Mutterbusch-schlagen und spirituellem Stricken reicht die breite Palette der Seelen-Heil-Verfahren.
Für jedes Blessürchen gibt es ein Pflästerchen bzw. ein Aufarbeitungsprogramm. Selbst bei den Kerngesündesten ist man tiefen Verletzungen auf der Spur. Man wird ihnen ihr Gesundsein schon noch austreiben, auch ihren gesunden Menschenverstand! - Aber wer kann den heutzutage noch die eigene psychische Situation abschätzen und sich selbst als gesund, normal und heilungsunbedürftig bezeichnen?
In der Beurteilung seelischer Nöte ist man unsicher geworden. Ausserdem sind Unstimmigkeiten in der eigenen Seelenlandschaft schick, und man ist nur allzugern versucht, sie von kompetenter Seite erforschen zu lassen.

Das Geschäft mit der Seele floriert!



Personen:

Yvonne (Therapeutin)

Renate Blatter

Wilfried (Therapeut)

Remo Wiegand

Sabrina Meyer (Patientin)

Bettina Schoch

Rolf Huppli (Patient)

Stefan Leuenberger

Heiko Rothenberger (Staubsaugervertreter)

Raffael Krebs

Dieter Eisenring (Waffenhändler)

Simon Heiniger

Nelly (Primarlehrerin)

Henriette Kläy

Hanspeter Stemmler (Nachrichtensprecher)

Martin Scherler


   
--> Video   


(einige Textproben)

...seinem inneren Löwen zu begegnen. Und jetzt hat er ihn. Fast. Er braucht nur noch das Löwenbräu-Bier zu trinken. Verstehst Du das Bild?
...Herr Huppli, wenn man sich als Mann wieder finden will, wenn man auf der Suche nach dem Schatz ist, den man als Bub einmal vergraben hat... Ich meine bildlich gesprochen natürlich... da spielt dabei das Opfer, das man bringt, eine wesentliche Rolle.



...Ich verstehe, Herr Huppli. Sie machen auf mich den Eindruck eines sehr gelösten, unproblematischen Menschen. Schwierig. Gerade bei Leuten wie Ihnen ist meist nur mit intensivster therapeutischer Arbeit an den Schmerz heranzukommen.
Ich könnte mir vorstellen, dass ich bei Ihnen am besten mit einer rituellen Therapie weiterkomme, vielleicht mit einer schamanistischen Reise.
...im Momänt chan i aber nid ewäg!



- Werum hesch eigentlech geschter abe nid aglüüte?
- Du, i ha eigentlech scho wölle. Aber i ha plötzlech z Gfühl gha, es stimmi nid, für mi.
- Und wieso hets de nid gstumme?
- Ja, meh vom Feeling här - i ha eifach z Gfühl gha, i müess für mi sy. Isch es de für Di es Problem gsy?
- Nei! Nid es Problem! Es het eifach für mi i däm Momänt nid gstumme, wüu mer öppis abgmacht hei gha.
- I finde, jitz reagiersch aber echli emotional. Weisch, i bi eifach i-n-eme andere Gfühl drin gsy. Was hesch de Du würklech erwartet vo däm Telefon? Also, rein gfühlsmässig?
- Ja... i hätts eifach guet gfunde, we mer hätte chönne mitenang rede über das. Also, über's Emotionale. Aber i ha de gmerkt, dass das Warte eso viu Energie vo mir bruucht, won i eigentlech für mi de nid ha... also weisch, das geit nid gäge Di...


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